Ende des 19. Jahrhunderts zählte die jüdische Gemeinde in Teplice über 1.800 Mitglieder und war nach Prag die zweitgrößte in Böhmen. Aufgrund von Kapazitätsgründen entschied man sich, einen neuen, geräumigen und prächtigen Tempel zu bauen. Die neue Große Synagoge, 1882 fertiggestellt, bot fast 1.500 Sitzplätze – eine damals in Böhmen außergewöhnliche Kapazität.
Die Tragödie ereignete sich in der Nacht vom 15. März 1939. Das Gebäude, das seit Oktober 1938 nach dem Wegzug der meisten jüdischen Bewohner bereits leerstand, brannte während Unruhen gegen die verbleibende tschechische Bevölkerung nieder und war am Morgen vollständig zerstört. Die Synagoge hatte zwar die Novemberpogrome (Kristallnacht) einige Monate zuvor überstanden, doch der Hass der lokalen Bevölkerung zerstörte schließlich ihr majestätisches Erscheinungsbild. Der Schaden führte zur Entscheidung über den Abriss, der Ende 1939 abgeschlossen wurde.
Heute erinnert ein Mahnmal, das 1995 am ursprünglichen Standort der Synagoge eingeweiht wurde, an diese wichtige Episode der Stadtgeschichte.