Abriss des jüdischen Ghettos

Abriss des jüdischen Ghettos

Das historische jüdische Ghetto in Teplice, östlich der Dlouhá-Straße gelegen, vom Bäderviertel bis zur Krupská-Straße, überdauerte viele Jahrhunderte. Erste Versuche, verfallene und gesundheitlich unzulängliche Häuser zu regulieren oder abzureißen, reichen bis ins Jahr 1905 zurück, doch der Großteil des Viertels überstand auch den Zweiten Weltkrieg. Der endgültige Abriss erfolgte 1952.

Im 19. Jahrhundert bestand das Ghetto aus 53 Häusern in drei Straßen. Die Juden betrieben hier Geschäfte, Handwerksbetriebe, aber auch Unternehmen mit weniger sicherem Ruf. Das Ghetto war ein lebendiges Handelszentrum, und viele Familien verließen nach und nach das ursprüngliche Viertel, um repräsentative Häuser an anderer Stelle zu errichten.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg verschlechterte sich die Lage dramatisch: Aus dem gesamten Bezirk verließen etwa 7.000 jüdische Bewohner die Stadt, in Teplice blieben 511 verlassene Häuser und 526 leere Wohnungen. Der schrittweise Abriss des Ghettos und später weiterer Teile der Stadt in den 1960er–1980er Jahren führte zum Verlust vieler architektonisch und historisch wertvoller Gebäude, deren Unterhalt wirtschaftlich nicht tragbar war.

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