Mitte November 1989 wurden Teplice zum Schauplatz von Ereignissen, die weit über die Stadtgrenzen hinauswirkten. Zwischen dem 11. und 13. November fanden hier spontane ökologische Demonstrationen gegen die extreme Luftverschmutzung statt, die die Stadt während einer starken Inversionslage belastete. Der Smog aus kohlebefeuerten Kraftwerken und lokalen Heizquellen war so erdrückend, dass die Menschen mit Atemschutzmasken auf die Straßen gingen und ein schlichtes, aber eindringliches Motto trugen: „Wir wollen leben!“
Der Impuls ging von einer Gruppe junger Menschen aus, die sich in der Gaststätte „U Ptáčků“ trafen und bereits Tage zuvor Plakate aufhängten sowie Flugblätter verteilten, um auf den kritischen Zustand der Umwelt und das Desinteresse der damaligen Behörden an der Gesundheit der Bevölkerung aufmerksam zu machen. Die erste Demonstration fand am Samstag, dem 11. November, statt. Laut Aufzeichnungen der Sicherheitsorgane nahmen etwa 400 Menschen teil, Zeitzeugen sprechen jedoch von bis zu doppelt so vielen.
Die Proteste hatten eine außergewöhnliche Bedeutung: Das kommunistische Regime konnte sie nicht unterdrücken und sah sich gezwungen, eine öffentliche Diskussion über die Luftverschmutzung zuzulassen. Teplice wurden damit zum Ort des ersten offenen Bürgerprotests, der zeigte, dass die Angst vor der Macht zu schwinden begann. Nur wenige Tage später, nach dem gewaltsamen Eingreifen gegen die Studentendemonstration in Prag am 17. November, verbanden sich diese Ereignisse zu einer Bewegung, die zum Sturz des kommunistischen Regimes führte.