Johann Gottfried Seume

Johann Gottfried Seume
(1763–1810)
Rebell in Wanderschuhen

Johann Gottfried Seume hatte keinen leichten Start ins Leben. In jungen Jahren wurde er von hessischen Werbern entführt und an die englische Krone als Söldner für den Unabhängigkeitskrieg in Amerika verkauft. Diese harte Erfahrung, in der er gegen seinen Willen zum einfachen Infanteristen wurde, weckte in ihm eine lebenslange Sehnsucht nach Freiheit und Bewegung. Bekannt wurde er als Schriftsteller und unermüdlicher Reisender, der Europa nicht aus der Kutsche, sondern ausschließlich zu Fuß erkundete. Legendär ist etwa seine Wanderung aus dem Jahr 1805, bei der er über Moskau und Sankt Petersburg bis nach Skandinavien gelangte.

Am Ende seines Lebens jedoch versagte seine Gesundheit. Um sich die kostspielige Behandlung leisten zu können, musste er Geld leihen und reiste in Begleitung seines treuen Freundes Christoph August Tiedge nach Teplice. Die hiesigen Bäder wurden leider zu seiner letzten Station – er starb hier im Jahr 1810. Seine letzte Ruhestätte befindet sich heute in der Lipová-Straße, auf dem ehemaligen Friedhof bei der Seume Kapelle.

Johann Gottfried Seume