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Der erste Professor für Geologie

Ein Spruch darüber, dass zu Hause niemand ein Prophet ist, gilt für den Landsmann Gustav Karl Laube aus Teplice nicht - die Stadt, in der er zur Welt gekommen ist, und in er auch beerdigt ist - ist ihm für das wertvollste - nämlich für die Heilquellen - dankbar.  Seit seinem Tod sind im April 92 Jahre vergangen. 

Der 13. Februar 1879 war in der Geschichte von Teplice ein schwarzer Tag. Der Einbruch der Grundgewässer in die Grube zwischen Lahošť und Duchcov verursachte drei Tage später eine Senkung des Heilquellenpegels und das Schließen einiger Kurgebäude. Der Ruf der weltberühmten Stadt Teplice hat buchstäblich über Nacht einen Schlag erlitten, wobei manche Gäste ihre Koffer zusammenpackten und nie zurückkamen. Man musste schnell handeln. Unter den Experten, die der Stadtrat zur Rettung der Quellen einlud, war auch Gustav K. Laube - der erste Professor für Mineralogie und Geologie an der Karl-Ferdinand-Universität. Und es war gerade derjenige, dem es nicht mal in drei Wochen gelang, die Thermen zu retten. 

Laube ist mit Teplice jedoch auf mehrere Weise verbunden: Vor allem wurde er im Jahre 1839 in einer Patrizierfamilie geboren, deren Vater nicht nur ein erfahrener Privatunternehmer war, sondern auch Mieter des Neuen Bades und Stadtratsmitglied. Der Region widmete er auch seine Forschungsarbeit - er hat auf die Bedeutung des Prebischtors (Pravčická brána) und des Herrenfelsens (Panská skála) hingewiesen, für die er einen gesetzlichen Schutz vorschlug. Ihn interessierten auch das Erzgebirge und die Mineralwasserquellen. An der Wende der 60er und 70er Jahre des 19. Jahrhunderts nahm er an einer Expedition zur Ostküste Grönlands teil, wo seine ersten Polarerfahrungen auch Julius Pyer gewann. 

Laube fühlte sich (in seiner Zeit ganz selbstverständlich und klar) ausschließlich als ein Deutscher. Er gründete typische nationale Verbände, die absichtlich tschechische Deutsche trennten. Zu solchen Verbänden gehörten z. B. die Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen oder der Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Nach der Spaltung der Prager Universität in einen tschechischen und einen deutschen Teil wählte Laube die Mitwirkung am deutschen Teil (später wurde er sogar zu ihrem Rektor). 

Laubes Verdienst um Teplice und das Bad ist insofern groß, dass trotz seines nachweisbaren deutschen Nationalismus seine Bedeutung nie gemindert wurde. In der Stadt finden wir deshalb einen Laube-Platz und auch eine Gedenktafel.

 

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