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Das größte fotografische Imperium Österreich-Ungarns

Ein fotografischer Großunternehmer von europäischem Format begann sein Business in Teplice. 

Carl Pietzner arbeitete sich hoch: von Hilfsarbeiten in den ersten fotografischen Ateliers in Preußen und Russland wurde er mit nur 24 Jahren Inhaber seines eigenen und ersehnten Unternehmens. Man schrieb das Jahr 1877, als der junge Unternehmer gerade nach Schönau kam, wo er ein bereits bestehendes Atelier übernahm.

Das Milieu des weltberühmten Badeorts, wo es von gesellschaftlicher Elite nur wimmelte, bedeutete für Pietzner eine große Gelegenheit. Seine Kunstanstalt für Fotografie, (Portrait-) Malerei und Lichtdruck besuchten reiche Badbesucher. Die Erlöse stiegen rasch, und so gründete Pietzner nach und nach etwa 17 Filialen, in denen bis zu 300 Menschen arbeiteten. Diese würden sie in der Nähe von Teplice (in Duchcov, Most, Ústí, Děčín, Karlovy Vary usw.), aber auch in damaligen Großstädten wie Wien, Berlin, Salzburg oder Bremen finden. 

Auch obwohl Pietzner im Jahre 1895 dauerhaft nach Wien umsiedelte und die Firmenführung seinem Sohn überließ, suchte er immer weitere Investitionen in der Region, in der er einst anfing. Um die Jahrhundertwende baute er z. B. in Ledvice bei Bílina eine Porzellan- und Steingutfabrik. 

Obwohl der Fotograf mit dem Titel eines Kaiserrats geehrt wurde, und er finanziell nicht litt, hielt er seine zweite Lebenshälfte nicht für glücklich. Die mit dem großen Krieg verbundenen finanziellen Verluste, Depressionen und zunehmendes Alter haben ihn im Jahre 1927 mit 74 Jahren zum Selbstmord getrieben. Dank seinem Atelier haben stehen uns jedoch einzigartige Fotografien von Persönlichkeiten und Figuren Österreich-Ungarns kurz vor seinem Zerfall zur Verfügung.

 

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