Der Sohn Maria Theresias schrieb sich unauslöschlich in das Gedächtnis des böhmischen Volkes ein. Mit seinen mutigen Reformen hob er die Leibeigenschaft auf und führte religiöse Toleranz ein, wodurch er den Ruf eines volksnahen und gerechten Kaisers erlangte.
Nach Teplice kehrte dieser Herrscher besonders gern zurück und war ein häufiger Gast. Für ihn waren die Bäder nicht nur Ort politischer Gespräche, sondern vor allem eine Flucht vor dem einengenden Hofzeremoniell. Joseph II. verabscheute übertriebene Pracht und reiste daher oft inkognito unter dem Namen „Graf von Falkenstein“. Diese Identität ermöglichte es ihm, Zeremonien zu vermeiden, in einfachen Gasthäusern zu wohnen und frei mit einfachen Menschen zu sprechen, wodurch er wertvolle Einblicke in das wirkliche Leben seines Reiches gewann.
Die Bäder stellten für ihn somit die ideale Verbindung von Erholung und stiller Arbeit dar.